Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG)

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Geringwertige  Wirtschaftsgüter (GWG)

Was ist ein GWG?

Gemäß  § 6 (2) und (2a) EStG ist ein geringwertiges Wirtschaftsgut (GWG) ein abnutzbares, bewegliches Wirtschaftsgut des Anlagevermögens, das einer selbstständigen Nutzung fähig ist.

Voraussetzungen:

  • beweglich
  • abnutzbar
  • Wirtschaftsgut des Anlagevermögens
  • selbständig nutzbar

(z.B. Drucker = nicht selbstständig nutzbar, Multifunktionsgeräte = selbstständig nutzbar)

Wahlrecht

Sofern die Voraussetzungen erfüllt sind:

  • 6(2) S. 1+4 EStG: können im Jahr der Anschaffung/Herstellung die Kosten von 250,- € bis 800,- € netto in voller Höhe abgeschrieben werden (GWG-Sofortabschreibung). Eine Aufnahme der Wirtschaftsgüter in ein separates Verzeichnis ist nur durchzuführen, sofern die Bewertung nicht aus der Buchhaltung ersichtlich ist. Dieses Wahlrecht gilt für jedes WG individuell (wirtschaftsgutbezogen).

 

ODER

 

  • 6 (2a) S. 1-3+5 EStG: die WG mit Anschaffungs-/Herstellungskosten von 250,- € bis 1.000,- € netto werden im maßgebenden Wirtschafsjahr in einen Sammelposten eingestellt und über 5 Jahre abgeschrieben. Es besteht Aufzeichnungspflicht! Der Sammelposten ist für jedes Geschäftsjahr separat zu führen und gilt einheitlich für alle GWG (wirtschaftsjahrbezogen).
    6 (2a) S. 3 EStG die Abgänge eines GWG vermindern den Sammelposten nicht.

Überschreiten die Anschaffungs-/Herstellungskosten  die Grenzen des Wahlrechts

(AK/HK über 800,- /1.000,- € netto), werden diese Wirtschaftsgüter im Anlagevermögen aktiviert und über die gewöhnliche Nutzungsdauer abgeschrieben.

Unterschreiten die Anschaffungs-/Herstellungskosten 250,- € netto  wird das WG sofort als Betriebsausgabe (Sofortaufwand) abgezogen.

Beachte zu Betragsgrenzen:

Aufgrund der gesetzlichen Regelung immer netto anzuwenden, auch bei nicht VSt-Abzugsberechtigten (R 9b (2) EstR)

(„ Anschaffungs-/Herstellungskosten vermindert um einen darin enthaltenen Vorsteuerbetrag“).

GWG-Wahlrechte wahrnehmen?

Die Ausübung des Wahlrechts ist abhängig von der Zielsetzung:

  • bei niedrigstmöglichem Gewinnausweis: Wahlrecht Sammelposten ( § 6 (2) o. § 6 (2a)) nur dann in Anspruch nehmen, wenn bei den Wirtschaftsgütern von  800,- € bis 1.000,- € die Nutzungsdauer überwiegend 5 Jahre übersteigt.
  • bei höchstmöglichem Gewinnausweis: GWG-Regelungen nicht in Anspruch nehmen und Wirtschaftsgüter ab 250,- € über die Nutzungsdauer abschreiben.

GWG-Regelung auch bei Überschusseinkünften anwendbar?

Die Regelung nach § 6 (2) EStG(GWG-Sofortabschreibung)  ist für die Ermittlung von Gewinneinkünften anzuwenden, aber nach § 9 (1) Nr. 7 S.2 EStG auch bei der Ermittlung von Überschusseinkünften!

Hier das Schaubild als PDF: StB_20190404_175808860